



|
Die Insel
Die Besiedlung der rund zwei Kilometer vor dem Hafen des heutigen Freetown
liegenden Insel Ndowe Kazú begann schon vor über 2000 Jahren, als
Fischer vom Stamme der Swareg mit ihren Booten auf die Inseln des targonischen
Meeres übersetzten. Der ursprüngliche Name des Eilands, Ndowe,
entstammt vermutlich einem der Küstendialekte jener Zeit. Die Swareg betrieben
Fischfang und errichteten eine kleine Hüttensiedlung im Süden der
Insel, zu einer dauerhaften Besiedlung kam es jedoch nicht.
Im Jahre 1512 entdeckten Seefahrer aus Barnstorvia die Insel, deren Wert als
strategischer Naturhafen sie sofort erkannten. Das noch heute erhaltene Fort
Saint Charles wurde 1516 errichtet. Im selben Jahr ankerte zum ersten Mal ein
Schiff mit Sklaven im Hafen von Ndowe, um vor der Überfahrt nach Astor
Proviant aufzufrischen. Die Gefangenen, meist Angehörige der Camporo aus
dem Landesinneren, bezeichneten das Eiland in ihrer eigenen Sprache als Kazú
– „Gefängnis“. Es war dieser Name, unter dem es in den
kommenden 300 Jahren traurige Berühmtheit erlangen sollte.
 |
1571 kam das Königreich Winland in den Besitz der Insel, die sie Kazoo
Island nannten. Die Winländer schlossen sie ihrer nahe gelegenen Siedlung
Port Ebony, dem heutigen Freetown, an. Zugleich übernahmen sie aber die
von den Barnstorviern geschaffene Infrastruktur des Sklavenhandels, darunter
das 1544 errichtete Masion des Esclaves. Dieses House of Sclaves wurde
von den neuen Herren der Insel nach und nach erweitert, um der ständig
steigenden Nachfrage in den astorianischen Kolonien gerecht zu werden. Zu Hochzeiten
konnten so nahezu 5.000 Sklaven für mehrere Wochen auf der Insel untergebracht
werden.
 |
Im albernisch-imperianischen Kolonialkrieg wurde Kazoo zeitweise von Imperia
besetzt, wobei das House of Sclaves schwer beschädigt wurde. Nach Kriegsende
mehrten sich in Albernia Stimmen, die den Sklavenhandel aus politischen und
religiösen Gründen verurteilten, und 1846 wurde schließlich
die vollständige Aufhebung der Sklaverei beschlossen. Das House of Sclaves
diente noch einige Jahre als Gefängnis, bis es 1923 endgültig geschlossen
wurde.
Heute hat die Insel, die seit 1970 wieder Ndowe Kazú heißt,
eine Einwohnerzahl von 1.200 Menschen, die hauptsächlich von Fischfang
und Tourismus leben. Das House of Sclaves wurde 1968 in ein Museum umgewandelt
und 2005 – nach mehrjähriger Renovierung infolge der Bürgerkriegsschäden
– feierlich wiedereröffnet.
|