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Das Museum
Das House of Sclaves wurde 1544 als Maison des Esclaves an der Ostküste
von Ndowe Kazú errichtet, nachdem das Fort Saint Charles für die
vorübergehende Verwahrung der Sklaven zu klein geworden war. In den Folgejahren
wurde die Anlage mehrfach erweitert und umgebaut, so dass von der ursprünglichen
Bausubstanz nur noch wenig erhalten ist. Die Fundamente entsprechen jedoch weiterhin
denen des 16. Jahrhunderts.
Kern des Gebäudes sind seine weit verzweigten Verließe, in denen
bis zu 5.000 Sklaven gleichzeitig untergebracht werden konnten. Diese Zahl wurde
jedoch nur in Ausnahmesituationen erreicht, den Großteil des Jahres über
hielten sich weniger als 1.000 Menschen in der Anlage auf. Beaufsichtigt wurden
sie von rund 50 Wächtern, die auf eine strenge Trennung der Geschlechter
achteten. Frauen und Männer saßen in getrennten Zellen und wurden
später auch mit verschiedenen Schiffen transportiert. Auch Müttern
und Kinder wurden konsequent auseinander gebracht: Die Schreie der Kinder, so
hieß es, würden die Frauen schneller altern lassen – und somit
ihren Marktwert senken.
Trotz der primitiven Umstände, unter denen die Sklaven festgehalten wurden,
achteten die Albernier auf ein Mindestmaß an Hygiene. Der Ausbruch von
Seuchen hätte den Verlust hoher Vermögenswerte bedeutet; wer alt oder
krank war, wurde deshalb unter Umständen zurück auf das Festland gebracht.
Im Obergeschoss des House of Sclaves befand sich der große Verwaltungsraum,
in dem die jeweiligen Besitzer des Hauses Verträge aushandelten und unterschrieben.
Hier verhandelten sie nicht nur mit den Kapitänen der Sklavenschiffe, sondern
auch mit indigenen Stammesführern vom Festland, die sich verpflichteten,
regelmäßig eine bestimmte Anzahl an Sklaven zu liefern. Unter schwarzen
Medeern ist der Raum daher heute auch als Hall of Shame bekannt.
Der berühmteste Gebäudeabschnitt ist wohl die zum Meer hin geöffnete
Maueröffnung, die so genannte Door of No Return. Durch sie verließen
im Laufe der Jahrhunderte mehr als eine halbe Million Menschen ihren Kontinent,
um in fernen Kolonien gezwungenermaßen ein neues Leben zu beginnen. Augenzeugen
berichten von Sklaven, die sich an dieser Stelle ins Meer gestürzt haben,
um ihrer Verschiffung zu entgehen. Insbesondere für die Nachfahren ehemaliger
Sklaven, die jährlich in großen Zahlen das Museum besuchen, ist es
daher eine besondere Erfahrung, diese Tür noch einmal zu durchschreiten
– als Beweis dafür, dass es für sie doch eine Wiederkehr gegeben
hat.
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